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R.I.P.

Gestern morgen hat meine FritzBox (fast) ohne vorherige Anzeichen ihren Geist aufgegeben. Zuerst war das DSL weg, dann waren kurz darauf die Telefonate verzerrt und dann gingen die Lichter ein für allemal aus. Wenn ich nachdenke, ist das eigentlich das erste elektronische Gerät, welches mir einfach so aus Altersschwäche verreckt ist. Der Ersatz bis zum Eintreffen der neuen Hardware war schnell gefunden, ich habe für alle Fälle einen portablem WLAN Hotspot mit UMTS Anbindung und D-Netz Flatrate  in der Hinterhand. Angenehmer Nebeneffekt:

Speed.IO Messung

Dazu muss ich sagen, daß ich normalerweise über DSL nur etwa 2 MBit/s bekomme (abhängig vom Wetter, Mondphase und Aktivität unserer Nachbarn). Die neue FritzBox, die gerade auf dem Weg zu mir ist, kann auch einen UMTS Stick betreiben, vielleicht sollte ich das öfter mal nutzen.

Die Wiederkehr einer Jugendsünde

Heute tue ich etwas, das ich seit 13 Jahren nicht mehr getan habe. Ich lese tatsächlich wieder in einem Perry Rhodan.

Bei Battlestar Galactica war es ein Segen, bei DC Comics streiten sich die Fans darüber. Auch Star Trek hat es getan. Sollte ein Neustart auch dem Urgestein Perry Rhodan wieder mehr Publikum bescheren? Meine Neugier ist jedenfalls groß genug, dass ich mir das erste Heft bzw. Taschenbüchlein besorgt habe.

Um es gleich zu sagen: Ich habe nie die in den Neunzigern erschienenen Heftromane gelesen, sondern die Buchversionen der älteren, weil ich von vorne und nicht mittendrin beginnen wollte. Als ich Mitte der Neunziger mit den Science-Fiction-Romanen anfing, waren diese bereits ein Anachronismus. Die Vorstellungen über die Technik und den Weltraum waren Jahrzehnte hinter dem, was bereits die Schwelle der Populärwissenschaft überschritten hatte und zum Allgemeinwissen geworden war. Dabei hatten sich die Autoren mit dem Datum der ersten Mondlandung nur um zwei Jahre geirrt. Hingegen arbeitete ein Computerexperte – nach heutigen Maßstäben ein Hacker – mit dem Computer, indem er für Menschen unverständliche Zahlenreihen in ein Mikrofon brüllte. Man hatte also eine ausgezeichnete Spracherkennung, aber noch nicht einmal eine ausgereifte Programmiersprache. Wegen dieser und zahlreicher anderer Zukunftsvisionen, die sich in den über 30 Jahren anders entwickelt hatten, konnte ich den Geschichten einen gewissen Charme abringen.

Das funktionierte so gegen Ende des solaren Imperiums nicht mehr. Die Ausmaße aller Technik und Dinge wurde zu extrem für meinen Geschmack und so legte ich die Bücher wieder weg. Dieses ist ein generelles Problem von Science-Fiction-Serien: Dass die Menschen irgendwann zu stark werden, als dass man sie noch sinnvoll entwickeln kann. Hier hat die Serie Perry Rhodan allerdings den längsten Atem bewiesen, denn so weit getrieben hat es nach meinem Wissen keine andere mit der Entwicklung ihres Universums.

Nun, 50 Jahre nach dem ersten Heft greift man zu einem Mittel, das andere Serien, egal ob Comic, TV oder Kino bereits erfolgreich exerziert haben: Die Wiedergeburt, auch Reboot oder Relaunch genannt oder in Anlehnung an den zweiten Matrix-Film mit dem Zusatz “reloaded” gekennzeichnet. Bei Perry Rhodan heißt das Zauberwort NEO. Ich hatte ein Paperback-Heftchen erwartet, stattdessen ist es so ein Zwischending zwischen Taschenbuch und Heft mit 160 Seiten im Format 18×12 cm. Was mir gleich auffällt ist die miserable Qualität: Der Einband ist zu kurz und die Seiten schauen darunter hervor. Der Blocksatz auf manchen Seiten ist schief und hin und wieder sieht man Reste von Markierungen, die eigentlich jenseits des Schnitts hätten liegen sollen. Dennoch: Das Büchlein ist handlicher als die Romanheftchen, passt besser in die Jackentasche. Das Konzept könnte aufgehen.

Ich habe erst 25 Seiten gelesen, deswegen spare ich mir hier eine Spoilerwarnung zum Inhalt. Neben dem notwendigen Aufräumen mit technischen Anachronismen sind mir folgende Änderungen aufgefallen: Rhodan wird diesmal von Anfang an auf eine Mission mit möglichem Erstkontakt zu Außerirdischen geschickt. Ebenso werden Mutanten gleich zu Beginn der Story eingeführt. Möglicherweise will man den Leser nicht lange auf das Erscheinen bereits bekannter Elemente warten lassen. Allerdings verschenkt man auch Potential. Marvel Comics hat ein paar Mal gezeigt, wie man auch mit bekanntem Ausgang dieselbe Geschichte immer wieder spannend erzählen kann, indem man die Details der Entwicklung verändert.

Vom Erzählstil her ist es auch eher was zur Unterhaltung zwischendurch. Charaktere muss man sich nicht aus den Erzählungen ableiten, sie werden vorgestellt. Und scheinbar ist es wieder eine Männerwelt. Die einzige Frau, die in den ersten drei Kapiteln beim Namen genannt wird ist die Geliebte eines der Crewmitglieder. Eine der besten Ideen beim Neustart von Battlestar Galactica war es meiner Meinung nach, aus Boomer und Starbuck weibliche Rollen zu machen. Aber vielleicht findet sich auf den weiteren Seiten ja noch eine Überraschung diesbezüglich. Dies hoffe ich auch für die Tendenz, die Manipulation der Massen zum positiv dargestellten Führungsstil zu machen, was sich bei Pounder ein wenig abzeichnet.

Fünfundzwanzig Seiten sind zu wenig um ein Urteil zu fällen, aber mein Gefühl sagt mir, dass ich auch bei der neuen Perry Rhodan-Serie nicht bleiben werde. Dennoch: Die Neugier treibt mich noch. Am Ende dieses Büchleins werde ich entscheiden, ob ich mir das zweite auch noch besorgen werde.

Zur Kritik an E10-Preispolitik

Heute morgen hörte ich im Radio, die Ölkonzerne würden kritisiert, weil sie etwaige Strafzahlungen wegen zu geringem E10-Verkauf auf den Preis des regulären Kraftstoffs aufschlagen.

Aber war das nicht genau so gewollt? Man möchte doch mehr Biokraftstoff verkaufen, das geht aber nur, wenn dieser ein besseres Preis/Leistungs-Verhältnis hat als herkömmlicher Kraftstoff. Ist der Biokraftstoff nicht per se günstiger, so kann man den regulären ja künstlich verteuern – zum Beispiel durch die alleinige Umlage von möglichen Strafen auf die alten Spritsorten.

Abgesehen davon ist es ohnehin irrsinnig, den Verkäufer bestrafen zu wollen, wenn die Kunden zu wenig von einer bestimmten Ware kaufen. Der Markt entsteht nicht durch das Angebot allein. Es hört sich halt in Lieschen Müllers Ohr besser an, wenn man erklärt, die bösen Ölkonzerne zu bestrafen, wenn sie nicht genügend E10 verkaufen. Und wenn dann dank massiver Anti-E10-Kampagnen in der Boulevard-Presse jeder aus Angst vor E10 zum herkömmlichen E5 (das ja auch Bio-Alkohol enthält) greift, dann hat man wieder ein wunderschönes Märchen von “den Bösen da oben”.

Biokraftstoffe sind beileibe nicht das Allheilmittel, für das sie von manchen Leuten gehalten werden. Es gibt genug Kontroversen um den Anbau von Energiepflanzen. Aber was so gern mit “E10-Wahnsinn” betitelt wird ist die ganz normale Marktmechanik, die sich einstellt, wenn man künstlich den Anteil der Biokraftstoffe auf dem Markt erhöhen will. Und dieses ist nun mal eines der erklärten Ziele des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Es gibt auch genug, wofür man die Kraftstoffhersteller kritisieren kann aber bitte nicht für die Preispolitik bei E10.

Heult doch

Ein paar tausend Gamer beschweren sich, fühlen sich in ihrer Menschenwürde verletzt und echauffieren sich über einen RTL-Beitrag, in dem sich über die Besucher der GamesCom lustig gemacht wird. Konkret teilt eine Messe-Hostess die Besucher in drei Stereotypen ein: Verkleidete Freaks, ungewaschener Schlabber-Look und schüchterne Nerds. Ja, damit wären erst mal alle Klischees bedient – inklusive dem von der hübschen aber oberflächlichen Studentin als Hostess.

Aber Leute: Fällt euch erst jetzt auf, dass Boulevard-Magazine immer so arbeiten? Pauschalisierungen und Vorurteilspflege gehört da zum Konzept. Das ist nicht schön, aber auch kein Skandal. Jetzt hat es mal euch Gamer getroffen. Willkommen in der Öffentlichkeit. In einigen Wochen wird wieder über den typischen Wiesn-Besucher berichtet, der sich in Lederhosn oder Dirndl vollaufen lässt und wenn für jede Erwähnung der Phrase “Holz vor der Hüttn” 5€ an die Welthungerhilfe gezahlt werden müssten, hätten die auch ein Problem weniger. Die Leute, die einfach nur feiern und ihre Grenzen kennen, die interessieren eben nicht.

Also, liebe Gamer: Einmal tief durchatmen und dann einfach RTL links liegen lassen. Seid nicht böse, dass über die Normalen unter euch nicht berichtet wird. Normale Leute interessieren Boulevard-Medien nicht. Die werden immer Klischees bedienen und ihr seid weder die einzigen noch die ersten die es trifft.

Wie sich reCAPTCHA in den Fuß schoss

Am Anfang schuf Tim das World Wide Web, doch das Web war wüst und leer. Da sprachen die Menschen: Nun lasst uns Content machen zu unserem Wohlgefallen! Und es hätte paradiesisch werden können, wenn nicht diverse kleine Teufelchen das Web mit ihrem Spam vollschütten würden. Um den Spammern das Leben etwas schwerer zu machen, wurden dann die CAPTCHAs geschaffen, doch leider machen sie auch das Leben der Menschen im Web nicht gerade leicht.

Ein gewisser Luis von Ahn hatte dann eine göttliche Idee: Wenn sich die Menschen schon dauernd im Web unter Beweis stellen müssen, dann können sie dies doch auch mit legitimen Aufgaben tun, an denen sich die Computer die digitalen Zähne ausbeißen, zum Beispiel der Texterkennung. Das Prinzip ist so einfach wie genial: Der Computer gibt dem Benutzer zwei gescannte Wörter, von dem von welchen eines bereits erkannt wurde. Der Benutzer muss beide Wörter erkennen und eingeben. An dem bekannten Wort erkennt der Computer, ob das CAPTCHA gelöst wurde und für das unbekannte Wort erhält er eine mögliche Lösung. Das Projekt reCAPTCHA war geboren.

Da algorithmische Texterkennung jedoch mittlerweile schon sehr gute Trefferraten hat, musste reCAPTCHA die Aufgabe für Bots künstlich erschweren. Zu Beginn wurden einfach durch beide Wörter Zickzack-Linien gezeichnet. Das ging wohl eine Weile gut, aber gerade Linien sind leicht zu erkennen und aus dem Bild herauszurechnen. Deswegen konnten wahrscheinlich die Bots bald auch ausreichende Trefferraten erzielen. (Für einen Bot sind bereits 5% ein sehr guter Wert, da ein Versuch fast nichts kostet.) Man entschloss sich bei reCAPTCHA nun, die Aufgabe etwas schwerer zu machen: Nun wird anstelle einer Zickzack-Linie das Wort dupliziert und nochmals leicht verzerrt über das Original gelegt. Dies geschieht allerdings nur für das bekannte Wort, denn nur dieses ist ja die Angriffsfläche für die Bots.

Allerdings wird dadurch ein wichtiges Prinzip der ursprünglichen Idee ausgehebelt: Der Benutzer erkennt nun ohne Weiteres, welches der beiden Wörter das bereits bekannte ist und braucht nur noch dieses zu lösen. Aus Bequemlichkeit oder aus Böswilligkeit darf für das andere Wort etwas Beliebiges eingegeben werden. Sicher reicht zur Zeit noch die Datenqualität, um die richtige Lösung aus den vielzähligen Eingaben zu ermitteln. Ich warte allerdings nur auf das Phänomen “reCAPTCHA verarschen”, bei dem sich diverse Communities absprechen, das unbekannte Wort beispielsweise immer rückwärts einzugeben. Schnell ist dann nämlich dieser Scherz die häufigste Lösung. Aber auch sonst könnten sich viele angewöhnen, aus Bequemlichkeit statt des zweiten Wortes immer “asdasd” einzugeben. Das ist zwar leicht filterbar, aber letztendlich verliert der virtuelle OCR-Supercomputer einen beträchtlichen Teil seiner Leistung.

MasterMind Analyzer

Eine kleine Spielerei, mit der ich meine JavaScript-Kenntnisse ein bisschen aufgefrischt habe: Dieses Programm geht per Brute Force alle möglichen Kombinationen eines MasterMind-Spielstands durch und zeigt sie entwender als Statistik oder bei weniger als 10 komplett an. In Deutsch und Englisch.

Wer einen Computergegner zum Ausprobieren sucht, kann z.B.
den hier nehmen.

Näherungsweise

Ein alter Hut, aber praktisch: 42/13,37 ist eine bessere Näherung an Pi als 22/7.

Aussetzer beim Gigaset CX450 beheben

Beim Handgerät des Siemens Gigaset CX450 scheint es eine Modellkrankheit zu sein, dass nach einigen Monaten immer wieder Aussetzer am Hörerlautsprecher auftreten und man so seinen Gesprächspartner unverhofft aus den Ohren verliert. Die Ursache dafür ist, dass der Hörerlautsprecher nur mit zwei Federkontakten (rosa Pfeil) mit der Platine verbunden ist (gelber Pfeil).

Vorder- und Rückteil des CX450 isdn Handgeräts

Um wieder ohne Unterbrechung telefonieren zu können, kann man einfach die Federn ein wenig auseinanderziehen und so den Druck auf die Kontaktstelle erhöhen. Wer eine dauerhafte Lösung sucht, der greife zum Lötkolben. Bleibt nur die Frage, wie man an das Innere des Telefons herankommt, denn Siemens hat dem Kunden für diesen Fall keine Hilfestellung gegeben. Die Schale wird durch Klammern an den Seiten und am Kopfende zusammengehalten, die von außen nicht erreichbar sind.

Ich bin so vorgegangen: Zuerst mit einer schmalen Zange das Gehäuse aus dem Ladekontakt (blauer Pfeil) heraus aufspreizen. Die Klammern befinden sich an der Vorderschale, deswegen mit einem flachen, dünnen Gegenstand, zum Beispiel einer Nagelfeile, die Rückseite vorsichtig nach außen drücken und dabei mit der Hand das Gehäuse weiter aufspreizen. Der Hörerlautsprecher fällt beim Öffnen leicht heraus, kann aber einfach wieder eingesetzt werden. Nun kann man die kontaktfördernden Maßnahmen wie oben beschrieben ergreifen und dann das Gehäuse einfach wieder zusammendrücken.

BILD und die “Todesfalle” Facebook

Ich bin mal wieder überrascht, mit welcher Meisterhaftigkeit sich die BILD einen Zusammenhang an den Haaren herbeiziehen kann. Mädel verabredet sich mit Typ in dessen Wohnung über Facebook, wird umgebracht. Liebe BILD: Wenn die beiden sich weiterhin nur via diese “Todesfalle” unterhalten hätten, würde das Mädel noch leben. Und auch wenn ihr es euch nicht vorstellen könnt: Früher haben sich Teenager ganz ohne Facebook verabredet und auch dabei sind leider hin und wieder auch schlimme Sachen passiert. Was dem Fass den Boden ausschlägt ist aber die nahtlose Todesfallen-Integration von bild.de:

Facebook-Button im Artikel "Todesfalle Facebook"

Es ist nicht alles so wie es scheint

Wenn man nicht genau hinsieht, wundert man sich manchmal. Besonders tückisch ist es jedoch, wenn man gerade Schokolade isst, die Krümelchen vom Schreibtisch pickt und sich dann ein Stück vom braunen Buntstift der Tochter in den Mund verirrt. Bääh.