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Die Arroganz der CAPTCHA(-Programmierer)

Auf der Seite <a href=”http://clientsfromhell.net”>Clients From Hell</a> berichten (Web-)Designer über unverschämte oder einfach nur dumme Kunden. Hin und wieder jedoch sind auch Beiträge dabei, bei denen ich die Gedankengänge des Kunden nachvollziehen kann und die offenbarte Blöße lediglich aus geringem IT-Know-How besteht. Das darf einem Kunden eines Webdesigners aber durchaus passieren, schließlich ist der andere der Experte, der dafür bezahlt wird.

Heute bin ich über ein besonderes Schmankerl dieser Kategorie gestolpert: Ein CAPTCHA fragte offenbar den Kunden nach der Farbe des Himmels, worauf dieser wahrheitsgemäß – es war ein Regentag – mit “grau” antwortete. Für sein Gegenüber scheinbar ein Zeugnis echter Blödheit, das einen Eintrag bei Clients From Hell würdig ist. Meiner Meinung nach ist es jedoch genau umgekehrt gelaufen. Nicht der menschliche Kunde hat versagt, sondern das CAPTCHA. Es war offenbar nicht in der Lage, zu erkennen, dass da ein Mensch am anderen Ende sitzt, als dieser auch noch eine all zu menschliche Antwort gegeben hat.

Aber machen wir die Gegenprobe. Immerhin heißt es: “to tell computers and humans apart”. Hätte ein Computer die richtige Antwort geben können? Fragen wir Wolfram Alpha. Und siehe da: Die Maschine weiß, dass der Himmel himmelblau ist und hätte bestanden.

Dieses Phänomen begegnet mir immer wieder mit allen möglichen Formen von CAPTCHAs: Die Programmierer stellen eine Aufgabe, zu der sie selbst kein Programm zur Lösung implementieren können und gehen davon aus, dass es auch für andere zu schwierig ist. Verzerrte Buchstaben zum Abtippen werden gegenüber hochentwickelter OCR mit dahinterliegendem Wörterbuch bereits für Menschen unleserlich. Für einen Bot ist eine Erfolgsquote von 25% bei einem CAPTCHA noch ein annehmbarer Wert, der durchaus in der freien Wildbahn übertroffen wird. Hingegen ist jedes Gekritzel, das ein Mensch auch nicht mehr entziffern kann ein Ärgernis für die Nutzer.

Für einen Computer ist es allerdings auch verdammt schwierig, zu erkennen ob er es mit einem Menschen oder einem Artgenossen zu tun hat. Tückisch bei der Wahrnehmung ist allerdings die Computergewöhnung von uns Menschen: Während die Rechner sich in der Regel nicht selbst anpassen, sondern angepasst werden müssen, sind wir wahre Meister der Anpassung an unsere Lebensräume. Personen, die viel mit Computern zu tun haben, lernen, wie man Eingaben so formuliert, dass ein Computer damit zurecht kommt. Wer von einem Computer nach der Farbe des Himmels geprüft wird, der weiß, dass das Programm nicht aus dem Fenster schaut, sondern dass eine oder einige sehr allgemeine Antworten in einer Datenbank hinterlegt sind und wird eine entsprechende eingeben. Auf diese Weise fallen gerade die nicht ans Leben mit Computern angepassten Menschen häufiger durch den automatisierten Turing-Test, was den ursprünglichen Sinn dahinter pervertiert.

Sexparty SFW

Bei der letzten Bundestagswahl schüttelten einige Bekannte schon über die Piratenpartei den Kopf. Was hätten die wohl zur Australian Sex Party (SFW) gesagt? Das Parteiprogramm liest sich eigentlich ganz vernünftig: Man stellt sich gegen Zensur und Diskriminierung sowie gegen anscheinend in einigen Gegenden Australiens immer noch gültige Gesetze, die zwischen Weißen und Aborigines unterscheiden. Man ist für die Einführung einer Elternzeit und strebt gesetzliche Regelungen zu den Themen Abtreibung und Sterbehilfe an.

Allerdings stehen von Anfang an auch wirtschaftliche Interessen hinter dieser Partei: Die Vorsitzende Fiona Patten ist gleichzeitig CEO eines australischen Erotik-Industrie-Verbands, der Eros Association. Mit der Forderung nach Abschaffung von Zensur, geregelten Altersfreigaben für Computerspiele und mit Destigmatisierung von Homosexualität will man sich natürlich Märkte erschließen. Wenn ich aber darüber nachdenke, ist mir diese direkte Art von Lobbyismus lieber, als wenn die Industrie wie hier in Deutschland auf eher undurchsichtigen Wegen ihre Interessen in die Politik einbringt.

Ein Mordsspaß mit StreetView

Einige werden es für makaber halten, ich finde es lustig: Für Google StreetView tot spielen.

Outlook PopUp

Immer wieder sehr verlässlich…. ;-)

Die Libelle

Heute wurde ich von einer aufgeregten Stimme ins Wohnzimmer gerufen. Grund dafür war eine kleine Libelle, die sich in unserer Gardine verirrt hatte.

“Da… eine Libelle, bring sie schnell raus!”
“Kein Problem”
“Du must sie mit einem…
“…Finger vorsichtig nehmen und raustragen?” (beim Sprechen genau dieses tuend)
“Pass auf, die sticht!”
“Nein, die sticht nicht.”
“Die kann aber…”
“Nein Libellen können nicht stechen.”
“Doch, die…”
“Nein, das ist ein verbreiteter Volksglaube.” (Unter den neugierigen Blicken meiner kleinen Tochter fliegt die Libelle in die Freiheit)
“Saarländer sind auch so ein verbreiteter Volksglaube.”

Das Märchen vom programmierenden Pornostar

(Vorsicht, einige Links NSFW)

Heute Nachmittag berichtete Gizmodo über das amerikanische Porno-Starlet Jelena Jensen. Für ein Gadget-Weblog ein ungewöhnliches Thema, würde man meinen, hätte Fräulein Jensen nicht getwittert, ihre Webseite selbst zu coden und auch Seiten für andere Mädchen im Business zu betreiben.

Ganz abwegig ist das nicht. Jelena Jensen studierte bis 2003 Film- und TV-Produktion und schloss mit Bachelor mit Bestnote ab. Den Umgang mit diversen Photo- und Videotools wird sie da gelernt haben. Möglicherweise gab es auch Kurse in Webdesign. Surft man zu ihrer Seite und bleibt nicht bei ihren Kurven hängen sondern sieht sich mal den Quelltext an, dann wird man im Gegensatz zu Miss Jensens äußerlichen Reizen nichts schönes finden, denn man stößt auf eine Menge verschachtelter Tabellen. Nun, bis 2003 ging das durchaus noch als State-Of-The-Art durch und seitdem war sie ja damit beschäftigt diverse Filmchen zu drehen.

Allerdings findet sich im Code auch ein Copyright-Hinweis auf die Blue Design Studios, die sich auf Erotikseiten spezialisiert haben. Wenn das selbsternannte Nerd-Girl sich hier einfach am Design bedient hätte, wäre das wohl kaum unentdeckt geblieben. Deswegen muss man annehmen, dass die blauen Designer in der Tat die Seite für Jensen gebaut haben. Was versteht sie dann unter coden? Hat man ihr ein CMS zur Verfügung gestellt, in dem sie den Content für ihre Seite administrieren kann und sie hält das für Webcoding?

Aus ihrem Studium wird sie diverse Autorenwerkzeuge kennen und deswegen wohl ein CMS bedienen können. Vielleicht können ihre Kolleginnen das einfach nicht und sie ist die Einäugige unter den Blinden. An das Märchen vom Erotikdarsteller-Nerdgirl glaube ich jedenfalls nicht mehr. Ich vermute dahinter mittlerweile sogar eine PR-Kampagne, denn so wie sich Politiker gern als Leute des Volkes ausgeben, wirkt es auf einige Nerds wohl sicher auch anziehend, wenn die Frau, welche sich im Video räkelt, sich für genau das interessiert, was die eigene Freundin vielleicht als komischen Computerkram bezeichnet.

Wie man die Wissenschaft vergewaltigt

Jon Stewart meint, Parallelen zwischen Wissenschaft und religiösem Glauben gefunden zu haben. “Je tiefer man in der Wissenschaft gräbt, desto mehr scheint sie auf Glauben zu beruhen.” Eine Übersetzung seines Statements im Interview:

Wissen Sie, wenn sie anfangen über das Universum zu reden, dann sagen sie
‘Zum größten Teil besteht es aus Anti-Materie.’
‘Tatsächlich? Was ist das?’
‘Man kann sie nicht sehen.’
‘Wo ist sie?’
‘Sie ist da.’
‘Kann man sie messen?’
‘Wir arbeiten daran.’

Die Argumentation ist ähnlich jemandem, der sagt

‘Gott hat alles erschaffen.’
‘Wo ist er?’
‘Er ist da.’

Ich bin immer von der Ähnlichkeit der Argumente im Kern beeindruckt.

Das Universum besteht zum Großteil aus Antimaterie? Den Physiker möchte ich treffen, der so etwas behauptet. Hat Stewart vielleicht Dunkle Materie und Anti-Materie verwechselt? Anti-Materie konnte man sogar schon herstellen und beobachten. Abgesehen davon wurde die meiste Anti-Materie bei der Entstehung des Universums vernichtet. Es muss wohl die dunkle Materie sein, die er meint.

Und auch da ist die Argumentation weit ab davon, dass man an sie glauben muss. Was die Messung betrifft: Gerade hier liegt ja das Dilemma: Bei Messungen wird eine Masse angezeigt, die man nirgendwo sehen kann. Die Existenz einer solchen Masse, die man eben nicht sieht, ist ein plausibler Ansatz, aber keiner muss glauben, dass sie da ist. Im Gegenteil. Es wurden Modelle diskutiert, welche die Abweichungen der Messung ohne die Annahme einer riesigen unsichtbaren Masse im Weltall erklären konnten, aber die konnten leider nicht alle Effekte erklären, so dass man zur Zeit noch bei der Dunklen Materie bleibt. Kein ernsthafter Physiker wird jedoch sagen, man müsse dran glauben. Man nimmt sie an, weil sie die Messungen gut erklärt. Jede bessere Erklärung wird sehnsüchtig erwartet. Man kann natürlich auch alles so drehen, dass am Ende das eigene Weltbild dabei rauskommt.

EMail an Hornbach

Liebes Hornbach-Team,

neulich habe ich in Pirmasens eine bestellte Eckbadewanne abgeholt. Da diese doch recht sperrig ist, wollte ich sie mit dem Transporter bei der Warenausgabe außen nach dem Bezahlen abholen. Ihr dazugehöriger Prozess läuft jedoch an der Kasse auf einen Deadlock hinaus: Die Mitarbeiterin an der Kasse erklärte mir, dass sie nicht kassieren könne, bevor ich nicht im Lieferschein unterschrieben hätte, die Ware vollständig erhalten zu haben. Die Ware erhielte ich jedoch erst, wenn ich mit dem Kassenbon zur Warenausgabe fahre. Es sei auf dem Lieferschein eben etwas unglücklich formuliert.

Da ich mich ja im Vorfeld bereits davon überzeugen konnte, dass meine Badewanne vollständig im Regal der Warenausgabe stand, unterschrieb ich dann doch an der Kasse und holte mir anschließend die Ware hinten mit dem Kassenbon ab.

Aber wäre es nicht viel sinnvoller, wenn der Kunde hinten bei der Warenausgabe den Empfang der Ware quittiert? Für mich fühlt es sich natürlicher an, wenn ich den vollständigen Erhalt einer Ware dann bestätige, wenn ich sie tatsächlich erhalten habe.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Loch

Lecker Grillen

Luxemburger Säufer

Die Welt zitiert eine Statistik, wonach die Luxemburger den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol in Europa haben. Leider wird die Quelle nicht genau genannt, aber ich fürchte, man ist hier einem gewaltigen Trugschluss aufgesessen. Wer schon mal in den grenznahen Orten Wasserbillig oder Remich war, dem muss auffallen, dass der meiste dort verkaufte Alkohol gar nicht im Herzogtum bleibt sondern über die Grenze ins Rhein- bzw. Saarland wechselt. Und in puncto Trinkfestigkeit stehen sich diese beiden Völkchen bekanntlich in nichts nach.